Frankfurt kendi hikayelerini yazıyor.BETA

U.W. schreibt, wie sie nach einer Hüft-OP auf dem Weg zur Reha auf Krücken und mit dem ÖPNV gedankenreisend Frankfurt neu entdeckt.

AUF KRÜCKEN DURCH FRANKFURT AM MAIN
(im Herbst 2025 schreibe ich von mir beziehungsweise mit mir)

Vor wenigen Wochen haben wir uns in Frankfurt am Main/Hausen getroffen. Eingeladen hatte die Kunstschaffende Frau Katrin Skok, die gegenwärtig im Auftrag des Frankfurter Verbandes die Leitung der Begegnungsstätte Hausen wahrnimmt. Der Einladung gefolgt waren (soweit ich mich erinnere) acht Frauen und zwei Männer. Referent der Begegnung war der Autor Jakob Sturm. Ihm geht es darum, Personen, die in Frankfurt geboren sind und/oder dort leben, dafür zu gewinnen, aus ihrem Leben mit und in dieser Stadt zu erzählen. "Mitteilen" sagt es besser: Ich teile etwas mit dir, der/die du das liest.

Genug! Ich fange jetzt – sozusagen ohne Punkt und Komma – an:

Geboren bin ich 1940 in Sachsenhausen, in die Schule gekommen bin ich 1946 in Mademühlen im Westerwald. In das Lehmhaus auf dem Heilsberg, heute ein Stadtteil von Bad Vilbel, bin ich 1948 eingezogen mit zwei Omas, zwei Eltern, einer Schwester, damals auf dem Schöllberg zwischen Vilbel (noch nicht Bad) und Frankfurt am Main. Wie wir alle unterkamen in dem Häuschen, das weiß ich nicht mehr genau. Aber, ich habe eine der wichtigsten Gestalten vergessen: Lotte, unsere Ziege, die mit uns einzog, eine gebürtige Westerwälderin. Alle anderen waren Frankfurter:innen, sprachen Frankfurterisch, nur Lotte nicht.
Meine Muttersprache war und ist folglich lokal/regional. Mit zehn Jahren wechselte ich die Schule. Von da an hieß es, des Morgens um 7:21 Uhr von Vilbel nach Frankfurt/Eschersheim mit dem Stockheimer Lieschen zusammen mit weiteren Mitschüler:innen aus der Wetterau zur Ziehenschule zu fahren. Die neuen Sozialkontakte machten es notwendig, mit Hochdeutsch eine erste Fremdsprache zu erlernen. Offenbar ging das recht gut, denn wenige Jahre danach hatte ich ehrenvollerweise in der Aula immer wieder mal ein Gedicht vorzutragen.
Ich will jetzt damit aufhören. Schließlich kenne ich die Geschichte. Ich hatte auch niemals vor, Ihnen an dieser Stelle so viel von mir zu erzählen. Warum nicht? Weil ich das ohnehin nicht kann.
Vorhin habe ich im ZDF auf meinem Handy gelesen, dass die Leute in der hiesigen Demokratie (= Volk bestimmt), auch wenn sie dafür bezahlt werden, nichts von INKLUSION verstehen. Jetzt soll mit ‚Geldindiehandnehmen‘ die Inklusion im Unterricht und auf dem Schulhof umgesetzt werden. Damit alle Kinder und weitere andere eingebunden sind. Na ja!
Auch deswegen wollte bereits nichts weiter erzählen.

Jetzt aber zur Sache: Was ich mir vorgenommen habe, das finde ich richtig gut:

Ich will mit Ihnen Frankfurt/Main neu entdecken. Das will ich in Zeiten (ca. 5 Monate) meiner REHA tun, REHA wegen des jüngst hinzugekommenen Titanköpfchens im rechten Teil meiner Hüfte. Ende November im vergangenen Jahr (2024) hat Dr. M. mich vorzüglich operiert und im Rot-Kreuz-Krankenhaus am Zoo im 3. Stock abgelegt. Ich meine das so: Nachdem mir dieses neue Teil eingefügt worden war, wurde ich, sie kennen das, in den dritten Stock gerollt und so … Dort verblieben wir, ich und die gleichtägig operierte Zimmerkollegin. Wir entfalteten überwiegend eine Art guten Lebens, kuschelten mit Zweitkissen zwischen den beiden Beinen (Ziel: Schonen der Wunde bzw. das Titanköpfchen zum Bleiben zu ermuntern). Wir blieben eine kurze Woche dort. In dieser Zeit übernahmen wir überzeugend ausgeführte Handreichungen wie Abräumen von Teller und Teller mit Löffel und Gabel. Dabei lernten wir Mitglieder des Pflegepersonals überwiegend aus östlichen Landschaften, Esten, Litauer Letten, Polen und Polinnen u.a. recht gut kennen. Wir hatten kein Problem miteinander, obwohl meine MitFrau und ich, als einzige Biodeutsche auf dem Flur unserer Station werkelten. Ja, so war das. Und damit fängt meine Entdeckungsreise von "Plötzlich im letzten Winter" (– nach Tennessee Williams: "Plötzlich im letzten Sommer") in und von Frankfurt 2025 an. Und damit höre ich für heute auf.

Guten Abend,
inzwischen leben wir bereits mit zwei riesigen Walnussbäumen, einer Linde, Quitte, Pflaume, Apfel und Birke im dazugehörenden Lehmhaus auf dem Heilsberg. Hier brummt "Erwin" die Wärmepumpe. Irgendwie geht das so: Luft hat Wärme, Energie nimmt die Wärme auf und erwärmt Wasser; Wasser ist in Heizkörpern; Heizkörper sind in Küche, Wohnzimmer, Bad, Treppenhaus und Schlafzimmer.
Eigentlich wollte ich darüber gar nicht erzählen. Jedenfalls macht der eine schöne Wärme, sehr gleichmäßig. Brummen tut er auch nicht.

  1. NOVEMBER – zurück:

Erzählen möchte ich im Folgenden von den Wegen und Haltestellen der in Frankfurt befördernden Busse, U-Bahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen, die zur Verfügung stehen, an guten Tagen sich auch fortbewegen. Erzählen auch von der Tugend der Geduld, aber auch Unerwartetem: Da gibt es … Vieles und viele Erfahrungen, neue Leute, mit denen Freundschaften geschlossen werden …
Von den Erlebnissen, Beobachtungen, wen ich kennengelernt habe und wo, was wir miteinander geredet haben, wie lange wir zu warten hatten, und wie sich die Fahrt gestaltete. Ich schreib aber nicht so geplant. Ich schreibe das, was mir beim Schreiben rundherum einfällt. Und wenn dann Blätter dabei sind, die ich besonders mag, seh'n wir mal …

WEGE MIT KRÜCKEN IM JANUAR BIS Ende 2025:

Es war im Januar, ich bewegte mich mit meinen Krücken zur Alten Frankfurter Straße. Da war eine provisorische Haltestelle, weil an der richtigen gebaut wurde, weshalb sie gesperrt war. Die provisorische Haltestelle hatte irgendetwas mit Charakter zu tun : Man/frau stand da an der B 3 so richtig mit Blick auf sich rasch bewegende Autos, da gab es erst mal nur einen Hinweis: "Ich bin die vorübergehend befahrene Haltestelle." Ganz unterhaltsam. Dann kam "mehr" hinzu: Ordnung, wie sie sich gehört: Es gab zuerst ein richtig kleines Schild, dann auch mit Fahrplan. Am Bauzaun, dann an richtiger Stange und später ein Bänkchen aus verzinktem Blech in Grau. Noch später kamen Überlegungen auf, ob das doch von Dauer so sein sollte. Es ging jedenfalls ziemlich viel schneller bis zur Friedberger Warte als über die bisherigen Stationen.
Erste Erfahrungen, die ich dabei machte, betrafen die Krücken. Vieles, von dem ich erzählen werde, kommt noch, sobald ich dazu komme.
Das mit den Krücken und der Nothaltestelle für Autobusse mit Fahrplan und Leuten, die warteten und manches Mal mit großem Erfolg. Nein, so meine ich das nicht, wir waren ja keine AnhalterInnen, die niemand mitgenommen hat, nein. Das hatten wir gar nicht vorgesehen. Wer das Wir ist? Habe ich doch gesagt, Sie erinnern sich doch – oder?: Mit mir haben normalerweise solche gewartet, die entweder nach Gravenbruch, nach Büdingen, zum Hessenzentrum, ins Schwimmbad oder einfach auswandern wollten. Das war nämlich so, dass zu dieser Zeit niemand mehr hierherkommen und Spargel stechen wollte oder mir ein neues Hüftgelenk einsetzen würde, unsere Busfahrer:innen waren bis auf einen gar nicht so richtig deutsch. Schade, die sieht frau gar nicht mehr oft, die spielen auf der Straße überhaupt keine Rolle mehr.

Schade, das fehlt. Was aber alle tun, das scheint global oder vereinend, das ist das DING. Jede*r hat so'n Ding und guckt das an. Für mich ist das unterhaltsam: Ich schaue mit fast glasigen Augen und dennoch gerne zu. In aller Ruhe kann ich sie jetzt betrachten, wie sie da sitzen und gucken, oder: was sie anhaben oder auch nicht. Unterhaltsam ist es auch, wenn kleine Kinder ohne dieses Ding dabei sind und auch mal was sehen wollen. Dann droht Geschrei, was die Mama aber riskiert. Der Hund im anderen Waggon, ich kann ihn gut sehen, der langweilt sich auch. Er gähnt und gähnt, da sagt die Frau neben der Frau, dass das Tier wohl müde sei. Die Frau mit dem Ding und dem Hund stört das alles aber nicht. Sie telefoniert jetzt. Jemand hat angerufen. Der Hund steht auf, gähnt wieder und streckt sich mit den Läufen nach vorne unten, dass man den Brustkorb ganz gut betrachten kann. Ein schönes Tier. Aber jetzt hat er mich abgelenkt. Ich wollte doch noch sehen, wie die Frau mit ihrm Transport-Kärrnsche und dene ALDI-Tüte aus dem Bus rauskommt.

ICH UND MEINE KRÜCKE:
Was ich gut finde, ist, dass der Fahrer (manchmal auch die Fahrerin) nicht so ein Ding in der Hand hat und guckt. Ich finde das gut. Das strapaziert die Augen weniger und überhaupt sieht der oder die dann auchemal, wer denn so vor ihm steht – oder vor der Bustür. Das ist auch wichtig. Manchmal bedankt sich einer, aber öfter keiner, beim Fahrer, seit neuerem hier und da auch bei der Fahrerin, dass er/sie den Bus bewegt hat, auch vor dem ein oder anderen ausgewichen ist, halt so richtig gelenkt hat. Das hätte Dank verdient.
Nichts für ungut, jetzt reicht's.
Bis demnächst. Bis dahin ist der Bus auch angekommen.
Es wird Zeit, ich habe einen Termin. Mit meiner Krücke (hochdeutsch: Gehhilfe) schaffe ich es zum ZOO und dann in die Pfingstweidstraße. Von dort rasche ich (isch bin rasch!) über den Hinterhof des Rotkreuz in die REHA zur Lymphdrainage zum herkünftigen Griechen, der schon lang …, länger ……, ganz lang ……… in Frankfurt am Main in der Nähe der Miquel-Adickes Allee lebt, also Frankfurter ist.

MONTAG, 27.OKTOBER 2025,11:53 UHR

LEHMHAUS AUF DEM HEILSBERG AM LAPTOP:
Mal sehen, was ich schreibe. Es hat überhaupt keinen Sinn, dass ich mir das zielgenau vornehme. Wenn ich anfange zu tippen (wie jetzt), dann führt mich das Getippe: Manchmal höre ich mich kichern, den Kopf schütteln tu ich auch unwillkürlich, dann weiß ich das Hochdeutsche plötzlich nicht, das werdet Ihr schon gemerkt haben. Ihr könnt das hoffentlich verstehen.
Das DRK-Krankenhaus ist mir als Station inzwischen vertraut. Eigentlich stürme (rasche) ich gerne dahin. Das ist ein Ziel, das ich zu erreichen habe, ein Ziel, das ich mir nicht lange überlegen muss. Also ein Ziel mit einer gewissen Vertrautheit, was vor allem den dritten Stock mit den vorwiegend Osteuropäerinnen und den Sokratesabkömmling im Erdgeschoss in der REHA betrifft.
Wir reden ganz viel miteinander. Die Lymphdrainage überlässt durchaus einigen Raum zur sprachlichen Kommunikation. Wir erzählen uns daher: Ich bin mit dem Erinnern beschäftigt, wo ich überall war, mit oder ohne andere Menschen, mit denen ich und die mit mir zu nochmals anderen Leuten gereist bin/sind.
Nee, verwandt waren wir nicht. Es sei denn, dass das nichts mit dem Blut, das verwandt sein soll, zu tun hat.
BLUT UND BODEN, NICHT MEIN DING!

AM 28. OKTOBER 2025:

Heute gehen wir in den ZOO. Das DRK-Krankenhaus, der Alfred-Brehm-Platz, die Haltestelle U7 und U6, die sind bestimmt hier, weil der ZOO hier ist. Der kostet ja als Tageskarte recht viel, hat aber einen hohen Mehrwert. Nein, nicht wegen der Eintrittskarten. Der Mehrwert, der hier erwirtschaftet wird, heißt Tigerbabys, heißt Löwenkinder, Orang-Utans - vom Aussterben bedrohte Bevölkerungen allerorten. Was die menschliche Verwandtschaft betrifft, die ist anders bedroht. Die Bedrohung sind sie selbst. Wenn ich an das Mittelmeer mit den Klimaflüchtlingen denke, und das tue ich, dann muss ich das präzisieren: Fakt ist, dass es unterschiedliche Täter-/Opfer- Ausgangslagen bei den menschlichen Eltern, Omas, Tanten und Onkeln gibt.
Das sind zum einen die Klimaflüchtlinge, deren Länder bereits ausgetrocknet oder überschwemmt sind, und andererseits sind das die überwiegend nördlichen Täterländer mit ihrer unersättlichen Gier nach Rohstoffen. Dass so etwas Böden, Flüsse, Seen, Wälder zerstört, das muss ich nicht ausweiten. Das traue ich den LeserInnen dieser Krücken-Geschichten jedenfalls zu.
Bei den Tieren des Frankfurter ZOOs handelt es sich um Arten, deren Lebensraum von der Rohstoffgier nördlicher Industrien vertrieben wurden, wie ihre menschlichen Verwandten auch. Der ZOO, an den erinnere ich mich gern – bzw. der war immer mit mir im Leben. Mit den Krücken bin ich auch sofort, von der REHA aus hingegangen.

29.OKTOBER 2025
WEITER IM ZOO:
Ja, der hat sich sehr geändert. Frau glaubt es kaum. Jetzt gibt es hier sehr viel Grün, viel Bambus und andere Pflanzen. Dort, wo Gitter nötig sind, manches Mal für die Besucher:innen, manches Mal für Bewohner:innen, öfter für beide, gibt es die.
Bei Tigers wäre es beispielsweise nicht so gut für beide, wenn da kein Wassergraben wäre und kein massiver Zaun, Wassergraben, bruchfestes Glas, der Abstand gewahrt wäre. Das gilt noch einmal mehr, wenn dort Tiger-Kinder geboren wurden. Das ist bei dem gegenwärtigen Paar der Fall, und deswegen sind wir alle Tigerfans. Das Paar hat in den vergangenen vier Jahren zweimal zwei Kinder gezeugt und geboren. Das ist ein riesiges Geschenk, denn von diesen Tigern gibt es in der Natur nur noch eine kleine Anzahl. Diese Tiger gehören zu den sehr bedrohten Tierarten. Für mich ist der Tiger nahe stehend, wenn das aber wörtlich gemeint wäre, dann gäbe es mich nur noch als Idee bzw. traumweise. Ich hätte denen, so will ich hoffen, wenn es schon sein muss, gut geschmeckt. Ich weiß ja nicht, ob die meine innige Bewunderung gewittert hätten und zu Schmusekätzchen mutiert wären. Davon gehe ich allerdings nicht aus. Davon möchte ich auch gar nichts denken. Diese weitläufigen Verwandten sind so vollkommen, so schön und klug. Die darf und möchte ich nicht stören. Für mich genügt es, an der Glasscheibe hinter einem lichten Gezweig zu stehen und das Elternpaar auf den Gängen ihres immer noch kleinen, aber dichten Dschungels anzuschauen.
Die beiden zu Anfang dieses Jahres, 2025, Geborenen sind männlich und weiblich. Das Mädchen scheint energischer zu sein als ihr Bruder. Das kann sich verändern, wäre aber auch nicht schlecht, wenn das weibliche Geschöpf die Oberhand behielte. Kann sein, dass das nicht so sein wird, vorgegeben ist dabei, dass der Bruder voraussichtlich größer sein wird. Was mich gegenwärtig im ZOO so richtig froh macht, ist die Tatsache, dass diese Tiere, die hier durch immer noch begrenzte Gehege pirschen, zur Erhaltung ihrer Art, ihres Bestandes hier sind.
Die zwei Geschwister der beiden Youngsters beispielsweise sind bereits in anderen ZOOs. Auf diese Weise wird der Inzucht entgegengewirkt. Nach längerer Zeit (ich weiß nicht, ob es eine Regelzeit für die Auswilderung gibt), werden sie ausgewildert.
Das vergrößerte Löwengehege, das vor Kurzem fertig wurde, hat es in sich. Es ist geräumig und so möbliert, dass es Platz zum Klettern, zum Springen und zum Dösen gibt. Schön geworden. Als ich im DRK-Krankenhaus war, habe ich immer wieder mal gelauscht, ob die mächtige Stimme gehört werden könne. Ich kann mich nicht erinnern, vielleicht in der Nacht?
Die engsten Verwandten: Primaten, so nahe, dass es manches Mal, peinlich ist und unpassend, zuzuschauen, was auf dem Pavian Felsen oder im Bongori Gehege mit den Bongori so vor sich geht. Im Grunde mag ich beim Paaren, von wem auch immer, nicht zuschauen. Von Geschöpfen, die mir unfreiwillig ausgesetzt sind, gar nicht. Das verletzt mich. Ich finde es auch feige. Dennoch: Froh bin ich darüber, dass sich zwei gut genug verstehen, um Nachwuchs zu haben. Das ist so gut, und ich bin den Pfleger:innen dankbar und überhaupt allen, die sich um das Überleben von Geschöpfen, ob Menschen oder anderen Tieren, ob Pflanzen, Gletschern, Eisbären oder Gebirgen sorgen und großen Respekt vor der Tatsache des Lebens haben - nicht allein des Lebens von Menschen, nein, Respekt vor den Mühen des Lebens, ungefragt und abhängig.

Hört sich depressiv an? Ist es aber nicht. Ist es vielleicht doch. Ich wurde in meinem bisherigen Leben von verschiedensten Menschen mutmachend und hochgemut genannt, war aber auch depressiv, womit zwei therapeutische Zeiten abgebildet sind. Allerdings hatten diese Zeiten der benötigten Hilfe ihre Gründe. Als Kriegskind deutscher Eltern, Onkel, Tanten u.a., auch Freunden und Freundinnen war es mir, vorwiegend von unserem Pfarrer, sehr früh bekannt, was geschehen war.
Ich habe es nie geschafft, mit diesem Land befreundet zu werden und wollte es nie verteidigen.

  1. NOVEMBER 2025

VOM ZOO MIT DER U7 NACH -ENKHEIM:
Jetzt fällt mir auf, dass ich verwirre. Das stört mich oftmals nicht, weil es dazu gehört, dass ich eben das erzähle, was mir beim Tippen ‚in die Tasten fällt'. Heute scheine ich das anders angehen zu wollen: irgendwie gibt es Gedanken, die sich einmischen.
Es scheint so, dass ich das aktuelle Datum schreibe (s.o.) und dann etwas erzähle, was im Februar 2025 geschah. Nochmal: im Februar hatte ich noch regelmäßig im DRK-Krankenhaus meine griechisch herkömmliche REHA, Lymphdrainage und physiotherapeutisches Training. Es ging, der Erinnerung meiner LeserInnen wegen, um den edelmetallenen, titanischen Hüftkopf (= Köpfchen), der/das sich im rechten Gelenk in einem Bänderhäubchen geborgen fühlen und sich drehen sollte. Am besten wäre hier eine aussagekräftige Zeichnung der Anatomie des Wunderwerks. Vielleicht füge ich so etwas ein anderes Mal ein. Das sehen Sie dann. Sollte ihr Blatt so wie jetzt aussehen, dann habe ich nichts eingefügt. Das ist doch verständlich, wie ich das jetzt erklärt habe?
Nach dem ZOO, eigentlich hatte ich noch etwas von den Pavianen schreiben mögen, wie die mittags auf Zeichen ihrer Gruppenleiterin, besser ‚Ältesten' mit einer stetig schneller werdenden Umrundung ihres Felsens begannen, immer schneller wurden, auf ein Zeichen sich hinhockten und paarweise mit dem Lausen begannen. Dann wieder Rundlauf, Sitzen und Lausen. Zum Abschluss des Mittagstrainings und Wohlfühlprogrammes legten die sich zum Ruhen hin.
Anmerken muss ich an dieser Stelle, dass ich die eine oder andere Tätigkeit unvollkommen oder sogar falsch - was nicht meine Absicht ist - beschrieben habe. Den gesamten Ablauf des Fitness- /Wohlfühlprogrammes fand ich allerdings derart faszinierend, dass Sie es hier wiederfinden.
Wenn Sie nicht daran interessieren sein sollten, dann können Sie es halt einfach überspringen. Sie müssten es dennoch zuvor gelesen haben, um zu wissen, dass Sie das nicht interessiert. Na ja, machen Sie das einfach so, wie Sie es wollen.
Übrigens: Wenn Ihnen meine Zoo-Euphorie nichts sagt, Sie sozusagen darauf ‚Null Bock' haben sollten, dann lassen Sie das Ganze weg. Sie können auch einfach die gesamte Lektüre überspringen.
Jetzt fahren wir ohnehin erst mal mit der U7 zur Endstation nach Bergen-Enkheim.

BERGEN-ENKHEIM ENDSTATION DER U6/U7 UND SAMMELPLATZ DER BUSSE, VERSAMMLUNG DER VÖLKER:

Hier sind wir an dem Ort angekommen, der in den Wochen meiner REHA - Sie erinnern sich an das DRK-Krankenhaus mit OP und ambulanter REHA, alles in unmittelbarer Nähe am ZOO - meine Lieblingsstation war.
Vom ZOO rauschten wir mit der U7, die von der Konstabler Wache und noch ferner liegenden Stationen herkam, über alle möglichen Stationen durch Wohn- und Industriegebiete. Als wir auf der rechten Seite des Hessenzentrums gewahr wurden, rauschten wir unverzüglich in die Endstation Bergen Enkheim ein.
Neben der U7 stand auf dem gegenüberliegenden Gleis die U4. Dazwischen bzw. daneben, also zwischen den beiden Gleisen gab es eine Straße in die sämtliche Busse der östlichen Provinz und deren Städtchen von Gravenbruch bis Hanau einfuhren und ganz viele wieder fahren wollten, wobei sie nicht drängelten, auch nicht versuchten, sich vorzudrängen.
Da gab es auch immer viele und allerlei Menschen, Kinderchen, Schüler:innen, klein und schon groß, Frauen mit riesigen Einkaufstüten, auch Männer, kurzum: Das ist meine Lieblingshaltestelle geworden. Die ist so vielgestaltig, so bunt. Hier gefällt es mir.
Hinzukommt der wunderbare 551er Bus, der ab Gravenbruch nach Bad Vilbel Bahnhof und wieder zurückfährt. Mit dem fahre ich nach dieser Zeit, wann immer ich kann. Nach der Alten Frankfurter Str. fährt der rückwärts (= zurück in Richtung Gravenbruch) nach Bergen. Das liegt, wie der Name sagt, auf einem Berg. Enkheim hingegen am Abhang. Beide Orte sind schon älter. Ziemlich alt sogar. Napoleon war hier auch schon mal, zumindest nicht weit weg. Wo der Bus fährt, das ist eine Straße, die offensichtlich nicht für Busse gebaut wurde. Da fahren wir jetzt. Und das erweckt bei mir: Überraschung - Bedenken - Fahrer:innenbewusstsein - wachsendes Interesse - Begeisterung. Insbesondere die Stelle mit dem Wohnhaus mit rotbraunen Kacheln, die wir regelmäßig im Zentimeterabstand nicht berühren wollen, auch nicht die beiden Autos auf der linken Seite geparkt. Hier muss der Fahrer aussteigen und den Spiegel einklappen.
Ich bin begeistert, ganz ehrlich.
Eigentlich haben wir heute ALLERHEILIGEN. Zusammen mit Pfingsten ist das mein Lieblingstag.
Jetzt fragen Sie entsetzt, abgetörnt, widerstrebend:
Warum denn das? Bisher schien Sie doch ganz sane???. E bissie umständlich, langwierig, unsystematisch, eigentlich doschenanner, halt sprunghaft, aber alles in allem doch ‚bei sisch'. Was sollen denn die A..ller..heilige, des Pfingsde. Ei, wo komme mer denn da hieeeee. Des mach ich net mit.
ISCH abber, isch mach des, was mein Getipp so macht:
Die Heilige, net alle, mag ich, einige sind derart übberkandiddeld, dass mer nur de Kopp schüddelle kann. Abber alles in allem sind doch etliche so richtisch duffde Leut.

Ziemlich viele kümmern sich um etwas, das Hand und Fuß hat. Hand und Fuß, das hat beispielsweise der Benedikt von Nursia. Der hat im 6. Jahrhundert, wie auch der Mohammed aus Mekka, gelebt. Der Benedikt hat damals einen Orden gegründet (nee, net en Orden verliehen bekommen), in dem nicht nur gebetet, sondern auch gearbeitet wurde. Wer was gemacht hat, das war ein bisschen so wie gegenwärtig im Bundestag: Da sind ganz viele Doktors, besonders solche, die sich mit Gesetzen und anderen Rechtslagen befassen bzw. befasst haben. Na ja, sei's wie es sei, bei den Benediktiner:innen (die gab es nämlich auch, die Frauen. Die Scholastica war dem Benedikt seine Schwester. Auf die gehen die Frauen zurück. Übrigens, das ist interessant: beim Franziskus war das ähnlich, nur dass dessen Schwester Clara hieß und keinen Orden mit Ora und Labora gründete. Das führe ich aber nicht weiter aus, das würde hier zu weit führen. Auf Wikipedia finden Sie mehr zur Clara, Scholastica, Benedikt von Nursia und Franz von Assisi.)
Eigentlich geht es hier nur darum, weshalb Allerheiligen einer meiner Lieblingstage ist.
Zurück zu den Benediktiner:innen: Die haben ganz wesentlich zum BSP (Bruttosozialprodukt) der Jahrhunderte nach dem Benedikt beigetragen, haben auch viele Bücher geschrieben, abgeschrieben und illuminiert, haben also dazu beigetragen, dass die Leute mehr wussten als vorher. Zumindest sagt man/frau das. Wozu allerdings erwähnt werden muss, dass die Mönche/Nonnen aus den gehobenen Familien eher die Bücher redigierten, illuminierten, heißt wunderschöne Anfangsbuchstaben zeichneten und Leitungspersonal stellten. Die aus den anderen Ständen, die waren überwiegend in der Landwirtschaft tätig, die damals zu florieren begann.
Womit wir am Ende des ersten Jahrtausends wären. Inzwischen gab es immer mehr Städte, die Handwerker gründeten Zünfte, in denen beispielsweise die Betriebe jüdischer Handwerker keinen Zugang hatten und sich notgedrungen auf den Verleih von Geld verlegten. Das wiederum hat man ihnen schrecklich übelgenommen - heute auch noch, denke ich mir.

Was komisch ist, denn die Kaiser usw., die habbe gern des Geld oder andere Wohltaten genommen. Alles in allem lässt sich aber sagen, dass das ein weiteres Feld ist. Wenn ‚Frankfurt schreibt ein Buch' ist dann ist das mit einem Teil seiner Bürger und Bürgerinnen irgendwie zukunftsträchtig gewesen. Wenn heute im Bundestag beispielsweise einige dieser Doktors und/oder skandalöse Christ:innen auf Leute runterschauen, vom ‚verdorbenen' Stadtbild herumdummen (= schwätzen) und, was da geplant ist jetzt. - Immerhin wird da auch drüber geschwätzt: Frankfurter:innen, die das Stadtbild, auch Busse und U-Bahnen, auf jeden Fall bereichern - ich bin so froh darüber - und auch kulturell und als was auch immer tätig sind. Wenn meine Mitmenschen gegen ihren Willen nach Syrien zurückwandern müssten, dann sähen wir in Frankfurt am Main asch (= arg) alt aus. Vielfältiger Bedarf wüchse weit über den jetzigen Mangel hinaus: UNANGENEHM!
Wann REISEN Sie, Damen und Herren Mandatsträger:innen?

Zur biblischen Klage allerdings muss ich kommen, wenn ich mir anhöre oder es zu lesen habe, wie sich Personen in Regierungsverantwortung und aus einer Partei, die sich ausdrücklich CHRISTLICH nennt, in den Debatten des Bundestages mit verächtlicher Rede über Migrant:innen und Bürger:innen keines geregelten Einkommens wiederholt äußern.
Der Mann aus Nazareth, den hätten diese Repräsentanten des Landes zweifelsohne ausgewiesen. Diesbezüglich hat sich offenbar ziemlich wenig getan, hat die Staatsräson außer Scheinheiligkeit sich so gar nicht verändert. Es sei denn, dass der Antisemitismus laut thematisiert wird und gerne von solchen Personen, die sich einbilden, Christen zu sein. WARUM - um Christi Willen?!

Also, wie soll es mit uns in Frankfurt am Main weitergehen?
Bevor wir uns in den westlichen Teil der Stadt begeben, schlage ich vor, dass wir eine Zusammenfassung der bisher kennengelernten Orte und Haltestellen machen, denn das ist ja die Absicht: Frankfurt am Main und seine Verkehrswege.
Orte waren bisher die folgenden:
Alte Frankfurter Straße an der Stadtgrenze Bad Vilbel, der 551 Bus nach Gravenbruch.
Bergen Enkheim mit Haltestelle regional vernetzter Busse östlich nach Hanau über Büdesheim, weite Teile der südlichen Wetterau, nach Süden über Offenbach, Richtung Langen, Gravenbruch,
nach Osten, Industriegebiet, Eissporthalle, Schwimmbad, Ostbahnhof, Bornheim, Wittelsbacherallee, Alfred- Brehm-Platz und Pfingstweidstraße, ZOO.

Wenn wir uns nun zu einem anderen Teil Frankfurts aufmachen, dann müssen wir kundig werden, woraus dieser Westen, Norden, Süden und Osten besteht:
Westlich finden wir Bockenheim, Ginnheim, Griesheim, Westbahnhof, die Nordweststadt mit ihren Hochhäusern. Wir entdecken dort auch Rödelheim, Hausen, Praunheim, Heddernheim, Eschersheim, Frankfurter Berg, Berkersheim. Wo, wie in Bergen-Enkheim (s.o.), viele verschiedene Transportmittel kreuzweis oder unterirdisch in Bewegung sind, allerdings noch nicht in der Luft mit Passagierdrohnen (ich habe noch keine gesehen). Da diese Dinger jetzt aber als Kampfgerät, mit dem die Leute (- also wir alle) vom Sofa oder Hocker aus, den Krieg gewinnen können, in Massen von der Kriegsermöglichungsindustrie produziert werden und dabei auch immer etwas für den zivilen Gebrauch (siehe die Teflonpfanne mit ihrem für die Gesundheit gefährlichem Stoff, damals, inzwischen ‚entgiftet') Bedarf abfällt, zumal die Drohnen als frühere Drachen ein gewisses Gefühl der Vertrautheit erzeugen. Kurz: Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Drohnen auch im westlichen Teil unserer lieben Stadt den Luftraum am Dornbusch beleben.
Der kreuzende M36 wird jetzt zu zweit gefahren, weil der Blick des Fahrers auf der Fahrt vom Spargel über die Eschersheimer Landstraße in den Marbachweg einfährt und eine weitere Blickbewegung nicht hilfreich wäre, wohl aber ggf. der Hilfe bedarf.

WIE SOLL ES WEITERGEHEN?
Mit meinen Krücken begebe ich mich zum Dornbusch. Wer das nicht weiß, wo der ist, der/die ist nicht Frankfurt kundig. Der Dornbusch verbindet alle, die mit dem M34 von der Warte kommen, verbindet, also transportiert nach Ginnheim, zur Bundesbank.
Wo liegt der Goldschatz Deutschlands? Wer weiß das? Unter den Nidda Wiesen, unter dem Fernsehturm oder Hauptbahnhof, vielleicht unter dem anderen Drehkreuz Konstablerwache, EZB? Eher unwahrscheinlich.
Ich weiß, sag's aber nicht.
Schließlich ist der Tiger mein LOGO. Jedenfalls ist der Schatz ziemlich gut geschützt? Weiß nicht! Wo ist er, raten Sie! Jedenfalls heißt der Dornbusch als Platz seit einigen Tagen Reich-Ranicki Platz; das ist umstritten, was aber ausgesprochen gut zu dem streitbaren Chefkritiker passt.

Wir sind immer noch beim Dornbusch, entweder drauf, daneben, dahinter, darunter, auch darüber. Von hier fahren wir mit dem M34 auch zurück zur Friedberger Warte, dann rüber nach Bornheim. Ich steige aber an der Warte aus, erwartungsvoll auf den 30er Bus. Zur Stadtgrenze Schneekoppenweg an der Sudetenlandsiedlung auf dem Heilsberg. Wie der Name richtig sagt. Hier siedelten zu Beginn der 50er Jahre aus dem Sudentenland Vertriebene. Ja, am Ende des zweiten WK konnten und wollten die meisten unserer östlichen Nachbarn die deutsche Sprache nicht länger ertragen müssen.

Ja, so war das. Es soll auch immer noch Personen geben, die diese Schwäche niemals überwanden. Ganz sicher scheint es mir auch, dass es Leute in Deutschland gibt, die sich dessen nicht bewusst sind stattdessen aber auf Menschen anderer Herkünfte herabschauen, sie unguter Umtriebe tadeln und vertreiben wollen … ,weil sie kein Deutsch sprechen bzw. nur schlecht. Andere auch.
All das macht kurzatmig, es macht Atmungsbeschwerden. Frau Krechel spricht an dieser Stelle von asthmatisch. Ja, der Börne in Darmstadt, ‚Die Gesellschaft zur Pflege der Deutschen Sprache'. Die passt hier. Der Börne, die Krechel, das Asthma.
Ich höre an dieser Stelle auf, kämpfe mit Kurzatmigkeit. JA!
U.W.